Presse

17.03.2015 - Oderland Echo / MOZ

02.05.2013 - MOZ

Tomatenernte in Wollup angelaufen


Wollup (MOZ) Den Erntehelfern der Havelia GmbH in Wollup juckte es schon in den Fingern. "Etwa zehn Tage mussten wir die Tomaten-Ernte verschieben, jetzt geht es los", berichtet Betriebsleiterin Kirsten Straube. Bis zu 80 Arbeitskräfte werden in der Hochsaison im Sommer in den Gewächshäusern tätig sein. Der lange Winter hat dafür gesorgt, dass es noch bis zu 14 Tage dauern kann, bis auch die Früchte der Nachzüglerpflanzen reif sind. Und dann geht es im Akkord. 15 bis 20 Kisten mit jeweils sechs Kilo Tomaten werden in einer Stunde von einem Mitarbeiter geerntet. Havelia züchtet in Wollup zwei Sorten, einmal die kleineren, aromatischen Cocktailtomaten sowie die größeren. Im vergangenen Jahr wurden 1100 Tonnen der kleinen Tomaten in loser Form, 380 Tonnen als Rispen-Cocktailtomaten und 700 Tonnen der großen Tomaten geerntet. Der Vertrieb findet über das Unternehmen Werder Frucht statt.


Körperlich anstrengende Arbeit: Die erste Tomatenernte in der Havelia GmbH in Wollup mit Betriebsleiterin Kirsten Straube und Ernte-Chefin Anke Zwick (r.).

In der vergangenen Zeit hat Betriebsleiterin Kirsten Straube eine höhere Nachfrage nach regionalen Produkten festgestellt. "Die sind sehr beliebt", sagt sie. Die zehn Tage verspätete Ernte wird wohl nach hinten verlängert, sodass der Umsatz ausgeglichen werden kann. Doch auch wenn die Tomaten unter Glas wachsen, sind die Pflanzen vom Wetter und von der Sonne abhängig. Die Heizung musste im Winter auf Hochtouren laufen, um die Gewächshäuser warm zu halten. Geholfen haben auch Folien, die über die Pflanzen gelegt wurden. Dabei entstehen aber auch kalte und wärmere Ecken - was den Wuchs der Pflanzen beeinflusst. Über das Jahr holen die "entwicklungsverzögerten" jedoch auf.

Die Ernter, Pflanzenpfleger und Verpacker werden übrigens unterstützt von Hummeln. Diese sorgen für die Bestäubung der Blüten.

(von Heike Hahn)


05.01.2012 - MAZ

Unternehmen aus Groß Kreutz setzt verstärkt auf regionale Produkte und lässt Bio-Obst anbauen / Die Ehec-Krise ist ausgestanden

GROSS KREUTZ - Der Apfel kommt aus dem Havelland, die Banane aus Ecuador. Das war, ist und bleibt so. Nur der Lieferant verändert sich. Mit Beginn des Jahres ist in Groß Kreutz der „Havel-Express“ an den Start gegangen. So nennt der „Frucht-Express“ fortan seine bewährte Spedition. Das Unternehmen, das Gerrit van Schoonhoven und Bernd Raeuber führen, hat sich im Laufe von mehr als 21 Jahren stetig entwickelt.

Was am 1. Dezember 1990 mit einer angemieteten Halle in einer Kirschplantage der LPG Obstbau Damsdorf bei Deetz, drei gebrauchten Lastwagen und zehn Beschäftigten begann, ist zu einem der größten Arbeitgeber in der Region geworden. Van Schoonhoven zufolge sind heute 45 eigene Transporter und Lastwagen unterwegs. Hinzu kämen fünf eigenständige Service-Partner mit insgesamt 20 Lieferfahrzeugen. Die Zahl der Mitarbeiter in der Schoonhoven-Gruppe, zu der der Frucht-Express gehört, schwankt zwischen derzeit rund 500 und gut 600 in der Erntezeit. Denn das Unternehmen baut auch selbst an.

„Handel ist Wandel“, sagt van Schoonhoven. Der persönliche Kontakt zum Chef der Konsumgenossenschaft in der Stadt Brandenburg sei es gewesen, „der uns hierher gezogen hat“, sagt der aus Rheine stammende Unternehmer.

Mit den drei Lastern seien die 30 Filialen der Genossenschaft in und um Brandenburg beliefert worden. Als sich diese Genossenschaft mit weiteren zusammenschloss, „hat man uns als Lieferanten behalten und wir sind mitgewachsen“, sagt Raeuber. Heute touren die Laster aus Groß Kreutz durch die Länder Berlin und Brandenburg, steuern Rostock, Leipzig, Dresden und den Harz an.

Und heute produziert das Unternehmen auch selbst. Auf ökologischen Landbau setzt der Betrieb auf seinem Gut in Schmerwitz. In Glindow und Bochow baut das Tochterunternehmen „Havel-Frucht“ unter anderem Äpfel und Pflaumen und in Gewächshäusern Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren an. „Weil wir wissen, was unsere Kunden wünschen, unterstützen wir auch Landwirte, ihre Produktion darauf auszurichten“, sagt van Schoonhoven.

Dabei sieht er eine Chance, die Bedeutung des Havellandes als Obstgarten für Berlin und Brandenburg wieder zu alter Geltung zu verhelfen. „Es gibt mehr und mehr Händler, die nicht allein auf den Preis setzen“, sagt van Schoonhoven. Viele Verbraucher würden lieber regionale Produkte im Warenkorb sehen als Äpfel vom anderen Ende der Welt. „Auch die Gastronomie setzt zunehmend auf Erzeugnisse aus der Region“, sagt Raeuber. Das Unternehmen beliefert zahlreiche Restaurants und Hotels in Berlin und Brandenburg direkt mit Obst und Gemüse, aber auch anderen Produkten, die „temperaturgeführt werden müssen“, erklärt Raeuber.

Die Miethalle bei Deetz, die heute noch steht, wurde bald zu klein. „Wir fanden 1992 ein neues Objekt in Plötzin“, berichtet Raeuber. Dort entstand auch die erste Bananenreiferei. Doch auch diese Immobilie war endlich. Mit der Gemeinde Groß Kreutz und vier weiteren Betrieben schuf der „Frucht-Express“ 1996 den Frucht- und Frachthof an der Landesstraße zwischen Neu Bochow und Groß Kreutz. „Das war eine wunderbare Zusammenarbeit mit der Gemeinde“, würdigt es van Schoonhoven.

Um die verschiedenen Geschäftsfelder zu sortieren, „brauchen wir in Groß Kreutz Platz – unsere Halle reicht längst nicht mehr aus“, sagt Raeuber. Das Unternehmen erwarb vor einiger Zeit auf dem Gewerbegelände die Nachbarhalle, einst von der Spedition Trinks errichtet. Die Geschäftsführung stellte einen Umbauantrag beim Bauamt des Landkreises und hatte gehofft, noch vor Weihnachten die Genehmigung zu erhalten. „Der Korpus der Halle verändert sich nicht“, sagt Schoonhoven. Man müsse das Gebäude nur durch spezielle Laderampen ergänzen und im Inneren verändern. Der Unternehmer rechnet mit einer siebenstelligen Investition. Die Hallen in Groß Kreutz sollen vornehmlich zur Zusammenstellung der Ware dienen. Dort befindet sich überdies die größte Bananenreiferei Ostdeutschlands, eine kleinere betreibt die Firma bei Dresden.

In Glindow möchte die Firma die Verarbeitung, etwa das Binden von Suppengrün, und die Lagerung der Äpfel konzentrieren. Es lohne sich, „breit aufgestellt zu sein“, sagt van Schoonhoven. Der Blütenfrost und die Ehec-Krise im vorigen Jahr „haben uns zwar wehgetan, aber uns zum Glück nicht ernstlich gefährdet.“ (Von Heiko Hesse)